Das Moor der Miasmen

1. Dezember 2013 at 18:33

DAS MOOR DER MIASMEN – Oder wie ich mich aus den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann

 

Kein Tag vergeht, ohne dass wir von schlechten Nachrichten und von Horrorbildern oder Schreckensberichten aus allen Bereichen des Lebens überschwemmt werden. Das faulige Wasser steht uns bis zum Hals. Man kann sich aus eigener Kraft aus diesem Seuchen-Sumpf der lähmenden Negativismen kaum noch retten.

   Weil uns dieser Tsunami der Destruktivität überrollt, haben wir gelernt, uns wegzuducken, Ausflüchte zu machen, nicht mehr hinzusehen oder hinzuhören oder hinzufühlen, wenn die kleinen und großen Katastrophen des Alltags uns umspülen.

   Wir können diese Vogel-Strauß-Politik für eine ganze Weile betreiben – und das tun wir ja auch. Aber irgendwann ist jedes System – selbst das natürlichste der Welt – mit soviel Ballast versehen, dass es im Morast versinkt. Und genau das tun wir zumindest partiell an jedem Tag: Wir versinken ein bisschen tiefer im Moor unserer Miasmen!

   Auch unser Temperament spielt eine Rolle beim individuellen Grad des Einsinkens, des Kopf-über-Wasser-haltens: Wir sind Choleriker und kämpfen gegen Systemlügen, Dummheit und Merkel; wir sind Sanguiniker und schreiben uns jede Form des Protests auf den Leib; wir sind Phlegmatiker und warten den nächsten Weltuntergang schicksalsergeben ab; wir sind Melancholiker und leiden mit jedem verendenden Wesen, mit jeder sterbenden Hoffnung und mit all den Menschen, die im Gegensatz zu Banken nicht rettungswürdig erscheinen. Unter uns wimmelt es von Zynikern, die den Menschen für eine bösartige Mutation der Natur halten; von Pessimisten, für die es lebenslang 5 vor 12 bleibt und von Optimisten, die zuversichtlich bis an ihr Lebensende beharren, dass Chemtrails, Krebs, Alzheimer, Industrienahrung und Regierungspolitik ihnen nichts anhaben können – was war da noch gleich mit den apokalyptischen Reitern???

   Der Ausweg aus der Misere ist ganz einfach. Die Rettung vor dem endgültigen Ertrinken im Moor besteht im Bewusstwerden, im Bewusstsein schaffen, im Schulen Eurer Feinfühligkeiten, im genauen Hinschauen, im besseren Ausbilden Eures gesamten Sinnessystems.

   Oh, ich höre schon die ersten Widersprüche: „Das ist viel zu schwer! Viel zu umfassend! Zu esoterisch! Zu irgendwas…“ Irrtum, Ihr Lieben! Gewahrwerden ist ganz einfach. Macht einfach das, was Ihr immer tut: Steht auf, putzt Euch die Zähne, frühstückt, geht zur Arbeit, arbeitet, macht Feierabend, fahrt heim, geht Euren Hobbies nach, gründet eine Familie, einen Verein, lebt. Aber tut all diese alltäglichen, einfachen Verrichtungen nicht wie eine Maschine. Ihr seid kein Roboter! Ihr habt Sinne. Ihr könnt riechen, schmecken, hören, fühlen und sehen. Ihr habt Witz und Courage. Ihr könnt empathisch sein. Ihr könnt Euch in Mitmenschen hinein versetzen. Ihr könnt Eurem Bauchgefühl folgen oder vertrauen lernen. Ihr könnt schöpferisch sein. Ihr könnt singen, sprechen, lachen, weinen, atmen, schreien, lesen, schreiben, lernen, Euch selbst überwinden, Angst empfinden und Ihr könnt alle Ängste überwinden.

   Wie jedem Problem, so wohnt auch jeder Angst die Lösung bereits inne. Ohne Lösung existieren weder Angst noch Problem.

   Ja, Ihr könnt alle Ängste überwinden. Manchmal reicht Eure eigene Kraft dazu nicht. Aber jeder Einzelne von Euch hat über sieben Milliarden Mitmenschen. Hilfe, Unterstützung und Ideenreichtum sind nicht weit und auch nicht unerreichbar. Macht Euch Eure Ängste ganz klar. Lernt sie kennen! Nur, wenn Ihr genau wisst und spürt und begreift, wer Euch aus welchem Grund womit Angst macht, nur dann könnt Ihr auch von Euch selbst erwarten, den Mut fassen zu können, diese Angst zu überwinden. Indem Ihr Euch selbst den Zweck, den Sinn und das Wesen dieser Euch aufgestülpten, aber individuell wahrgenommenen Ängste begreiflich macht, werdet Ihr im Laufe des Prozesses – zuerst unmerklich und später immer stärker spürbar – Ängste abbauen, angstfreier und schließlich befreit sein.

   Dieser Weg ist nicht mühsam. Und an seinem angstfreien Zwischenhalt wird Euch eine Kraft durchströmen, wie Ihr sie zuletzt vielleicht als Kind erlebt habt. Kinder kennen von Geburt aus keine Angst. Die lernen sie erst durch ihre Umwelt, ihre Sozialisation und durch die Reaktionen ihrer Mitmenschen kennen. Besinnt Euch auf Eure kindlichen Kräfte. Aus dieser Kraft schöpft Ihr den Mut und die Zuversicht und die Klarheit, Eure neue Welt zu gestalten. Wenn diese Kraft der Befreiung und des Erkennens Euch am Ende und am Neuanfang wie Euer eigenes Blut und Euer eigener Atem durchströmt, dann werdet Ihr Eure Ängste loslassen, weil Ihr erkennt, wer Euch aus welchem Grund und mit welchen Mitteln manipuliert und unterjocht hat.

   Bewusstsein schaffen ist leicht. Euer Unterbewusstsein enthält bereits alles, was dafür nötig ist. Alle Erfahrungen, sämtliche je gemachten Eindrücke sind gespeichert. Geht los und erinnert Euch:

– Nutzt Eure Sinne wieder bewusst!

– Gewinnt den Blick für die kleinen, kostbaren Augenblicke wieder.

– Erhascht das Besondere im Ozean des Alltäglichen.

– Was sagt Euer Nachbar? Und was meint er wirklich! Lernt hinzuhören!

– Hört Ihr das Rauschen der Blätter am Wegesrand?

– Riecht Ihr den Waldmeister im Frühlingswald?

– Schmeckt Ihr die Sonne im vollen Mehl oder im Wein?

– Spürt Ihr die Stimmung des geliebten Menschen?

– Lernt Euch selbst besser kennen!

– Was sagt mir mein Bauchgefühl?

– Wofür empfinde ich echte Leidenschaft?

– Kann ich meine Hingabe in Liebe verwandeln?

   Ihr müsst gar nichts tun, um Eure Ängste/Beklemmungen/Unfreiheiten zu überwinden. Macht weiter wie bisher, dann bleibt alles, wie es ist. Aber bedenkt, wie einfach die Veränderung sein kann. Ihr habt alle Fähigkeiten in Euch – egal wie arm oder reich oder klug oder schön Ihr seid. Ihr persönlich seid in jeder Sekunde Eures Seins in der Lage, Euer Dasein zu ändern, Euch zu besinnen. Ihr habt die Freiheit zu entscheiden! Und dabei schöpft Ihr aus dem Ozean Eurer Träume, Wünsche, Sehnsüchte, Pläne, Ziele, Gedanken und Eures Tuns. Vergesst niemals: Der längste Weg beginnt mit einem einzigen Schritt. Der höchste Berg besteht aus winzig kleinen Steinen, der tiefste Ozean aus Wassertropfen. Der unermesslichste Gedanke war irgendwann nichts weiter als ein Schwachstrom-Impuls – eine winzig kleine Idee. Der kühnste Held hatte eine Mutter. Wollt Ihr Veganer werden, fangt einfach an, weniger Fleisch zu essen. Wollt Ihr entgiften, werft als erstes Eure Zahnpasta weg. Wollt Ihr eine wahre Demokratie, hört auf, die Etablierten zu wählen. Wollt Ihr Gehör finden, redet mit Eurem Freund, Eurer Oma, Euren Kindern.

   Handelt sinnvoll, besinnt, mit all Euren offenen Sinnen! Beginnt im Kleinen. Begreift eine eigene, kleine Angst. (Nur wer die Schneeflocke achtet, wird die Lawine respektieren.) Wo kommt sie her? Wer hat sie mir auferlegt? Aus welchem Grund? Mit welcher Methode? Wie kann ich die Angst überwinden? Reicht das Erkennen? Will ich mich ihr stellen? Wie sieht die angstbesetzte Situation ohne Angst für mich aus? Spreche ich den Verursacher an? Weiche ich aus? Kann ich die Lähmung in Bewegungsenergie verwandeln? Gebe ich meiner Angst nach – lasse ich sie einfach zu? Kenne ich die Angst am Ende besser als sie mich?

   Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen.

   Wir sind das Volk – und wir lassen den Mächtigen Manipulatoren immer weniger Macht!